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Landesliga A 2. Spieltag

Der Bericht musste leider wieder ein bisschen warten, aber immerhin vor dem 3. Spieltag:)

Ein kleiner Blick nach oben: In der Oberliga läuft leider nicht alles nach Plan. Während AE die  - im Vergleich zum Vorjahr vielen Ausfälle – noch kompensieren kann, bereitet die derzeitige Performance von Rochade und Halle Sorgen. Erstgenannte schaffen trotz weitreichendem Ausländereinsatz nur ein mageres Mannschaftspünktchen. Setzt sich der Verzicht auf Mike Stolz fort, wird es eine ganz harte Saison. Halle hat im Vergleich zum Vorjahr einige Optionen verloren und spielte schon 2 mal in fast Bestbesetzung. Auch hier prognostiziere ich einen langen Kampf um den Klassenerhalt, zumal andere Teams aufrüsteten. Da neben den zwar wacker kämpfenden aber meines Erachtens aussichtslosen Merseburgern auch Sangerhausen nicht besonders gut gestartet ist, sollte – um den Bogen zum eigentlichen Geschehen wieder zu spannen – für die Landesliga davon ausgegangen werden, dass Platz 8 keinesfalls sicher ist und im schlimmsten Fall sogar direkt absteigt.

Nun zum eigentlichen Geschehen:

TSG Calbe – TuS 1860 Magdeburg Neustadt 5:3

Während Calbe in Bestbesetzung antrat musste TuS auf den derzeit formstarken Michael Domröse verzichten. Insgesamt ergaben sich so leichte Vorgteile auf Calbenser Seite welche schlussendlich auch in einen Sieg umgemünzt werden konnten. Der Kampf im Oberhaus war ausgeglichen, TuS konnte die leichten Vorteile der Calbenser ausgleichen. An den Spitzenbrettern kamen die leicht favorisierten Schwarzspieler jeweils nicht über Remis hinaus. Im Unterhaus machte Calbe die Hausaufgaben: Die beiden favorisierten Bretter fuhren die Punkte ein, an den anderen Brettern wurde Remis gehalten. Während an Brett 6 ein zweischneidiges Opfer Ausgangs der Eröffnung vom Calbenser Routinier souverän pariert wurde, konnte Thomas an 7 eine fast gewonnene Stellung leider nicht umsetzen, der Gegenangriff war dann nicht mehr zu verteidigen – Schade!

Für TuS ist das Ergebnis nach dem Auftaktsieg kein Beinbruch, auch wenn ein Remis greifbar war. Calbe setzt sich weiter oben fest und zeigt, was Verbandsligaerfahrung ausmacht. Die Rolandstädter sind damit erster USC Verfolger, ob sie diese Rolle bis zum Ende der Saison durchhalten können und ob ein Aufstieg überhaupt realisierbar ist bleibt hingegen abzuwarten.

Lok Aschersleben – Eintracht Tangerhütte 3,5:4,5

Aschersleben muss 2 Spieler (aus dem Unterhaus) ersetzen und wird promt von Tangerhütte knappst möglich geschlagen. Die Altmärker haben zwar ihrereseits ebenfalls Besetzungsprobleme im Unterhaus erfahrungsgemäß „leben“ sie aber sowieso von den starken ersten 6 Brettern. Genau dort konnte – obwohl Aschersleben von der Papierform ein nahezu exakt gleichwertiger Gegner war – Tangerhütte die entscheidenden Punkte erringen. Auch wenn Tangerhütte diesen wichtigen Kampf gewinnen konnte, so offenbart ein Blick auf die Aufstellung doch eine potenzielle Schwäche. Wie schon oft erwähnt, fallen die Ersatzspieler stark vom Schnitt der Stammacht ab, in knappen Duellen immer eine Hypothek. Dennoch sorgte dieses Mal das Außenseiterremis an 7 für die vollen Mannschaftspunkte. Der DWZ-Schnitt von Tangerhütte ist deshalb oft wenig aussagekräftig. Beide Teams finden sich im soliden Mittelfeld uns sollten sich – stand jetzt – wenig Gedanken nach Unten machen müssen. Voraussetzung ist allerdings, dass es bei den ersten 5-6 Brettern nach wie vor wenig Ausfälle gibt.

Bernburg – Aufbau Elbe III 2,5:5,5

Riesen Sensation in Bernburg. Anders kann der deutliche Sieg der jungen Aufsteigermannschaft nicht beschrieben werden. Trotz teils deutlicher DWZ-Nachteile an allen 8 Brettern standen am Ende 5 Remis und 3 Siege auf der Habenseite. In der geschlossenen AEM-Mannschaftsleistung gilt es nochmals insbesondere das Unterhaus hervorzuheben. (Fun Fakt: Der DWZ-Schnitt der Magdeburger entsprach dem des schwächsten Bernburgers) Die Magdeburger Mischung aus jungen Nachwuchsspielern und einigen Ligaerfahrenen Haudegen erwies sich gegen eine routinierte aber alternde Bernburger Mannschaft als genau richtig. Ich neige nicht dazu AEM Erfolg über zu bewerten und von Aufstiegsambitionen zu sprechen (diese wären wegen der eigenen 2. In der VL auch mit Problemen behaftet), dennoch zeigt der Sieg, dass AEM kein Abstiegskandidat ist. Wenn es darauf ankommt wird die Mannschaft immer die notwendigen Punkte holen. Bernburg muss sich nach tollem Auftakt nun erst mal neu finden und zeigen inwiefern man oben mitspielen kann und möchte.

USC Magdeburg II – Rochade Magdeburg III 5:3

Die ehemals dritte USC Vertretung zeigt gegen Rochade ihr wirkliches Gesicht. Aus eigenen BOL-Erfahrungen weiß ich, dass die Mannschaft immer sehr kompakt auftrat und mannschaftlich harmonierte. Trotz leichter Unterlegenheit wurde so ein solider Sieg gegen den Konkurrenten aus der Hauptstadt eingefahren bei dem Ober- und Unterhaus gleichermaßen gut punkteten. Während der USC den Willen zum Klassenverbleib klar erkennen lässt, muss man sich um Rochade schon ernsthaft Sorgen machen. Auch wenn nominell noch ein paar Verstärkungen möglich sind, möchte ich – inbesondere mit Blick auf die ersten beiden Mannschaften prognostizieren, dass die aufgebotene Acht wohl eher dem Normalfall entsprechen wird. Im Kampf um den Ligaverbleib sind die ersten beiden Spieltage eine große Hypothek. Wie der Kampf für Rochade ausgeht hängt dabei maßgeblich von der eigenen Ersten ab. Steckt diese weiterhin in unklarem Oberligagewässer, mit resultierendem Ausländereinsatz, könnten für die Dritte genügend starke Spieler übrig bleiben um den Kampf anzunehmen. Andernfalls wird es sehr schwer. Für den USC gilt, auch auf die BP zu achten, im Vgl. zu einigen Konkurrenten (z.B. TuS) fehlt hier schon einiges.

Turm 2000 Wahrburg – USC Magdeburg I 3,5:4,5

Starker Auftritt von bestbesetzten Wahrburgern gegen eine ebenfalls starke Vertretung (besser als Stammacht) des USC I. Ich vermute, dass der Kampf klarer lief als das Endergebnis vermuten lässt (anders sind die vielen Remis schwer zu erklären), dennoch ein deutliches Lebenszeichen von Wahrburg. Insbesondere das 2:2 im Oberhaus (gegen durchweg OL-erfahrene Spieler) ist beeindruckend. Das Wahrburger Ergebnis zeigt zweierlei: zunächst bleibt festzuhalten, dass die Mannschaft in der Lage scheint gegen die übermächtigen Gegner zu punkten, das hätten nicht alle vor der Saison erwartet. Allerdings kann ein krasser Außenseiter nur in der Liga verbleiben, wenn die knappen Dinger sitzen, sprich wenn an den guten Tagen auch Zählbares auf dem Punktekonto ankommt. Insofern tut die knappe Niederlage weh. Für den USC läuft immer noch alles nach Plan, die hohe Remisquote kann aber in wichtigen Kämpfen noch ein Problem darstellen.